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Weltkriege

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Ewersbacher Turnhalle fertig gestellt und nach Kaiser Wilhelm benannt. Wenige Monate nach der feierlichen Übergabe unterschrieb der Kaiser den Mobilmachungsbefehl. Die Turnhalle wurde den Sportlern genommen und als Genesungslazarett eingerichtet. 18 Mitglieder des TVE kehrten nicht mehr aus dem Kriege heim.

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden 1937 alle Turn- und Sportvereine gleichgeschaltet und dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen (DRL) angeschlossen. Den Vereinen des DRL wurde verboten, Jugendliche aufzunehmen, die nicht Mitglieder der Hitlerjugend waren. Die Hitlerjugend hatte die Jugendarbeit übernommen,
so dass der Besuch der Übungsstunden innerhalb der Vereine immer spärlicher
wurde. Der damalige Vorsitzende der TVE, Karl Kreck, versuchte beinahe erfolglos, die Jugendlichen von den nationalsozialistischen Organisationen fernzuhalten und zog sich den Unmut der örtlichen Partei zu.

Die Kontrolle der NSDAP über den Sport und dessen Organisationen fanden ihren
Höhepunkt, als 1938 der DRL in den "Nationalsozialistischen Reichsbund für
Leibesübungen" (NSRL) umbenannt wurde. Dadurch war der Sport in Deutschland
fest in die Partei eingegliedert, deren "politische Leibeserziehung" sich streng an
die Prinzipien des Nationalsozialismus hielt. Darunter verstand man: "Erziehung
zur Volksgemeinschaft, Rassenreinheit und Rassenbewusstsein, Wehrhaftigkeit,
Kraft, Mut, Stärke und Führertum." Es handelte sich nicht mehr um Erziehung im
traditionellen Sinn, die NSDAP forderte vielmehr die "totale Erfassung und
Manipulation jedes einzelnen Menschen durch den totalen Staat."

Nach Ausbruch des Krieges wurden viele Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen, die Turnhalle wurde beschlagnahmt und zum Lager umfunktioniert. Das Vereinsleben kam zum Erliegen. Der Verein hat 58 Mitglieder im Zweiten Weltkrieg verloren.